Muskelkater und Insulinresistenz


Gesteigerter Fettabbau beim Kraftsportler durch weniger Kohlenhydrate

 

Man spricht von einer Glukoseintoleranz oder Insulinresistenz, wenn der Körper Glukose nicht richtig in die Zellen aufnehmen kann. Dies gilt in erster Linie für Muskelzellen, wo Glukose als Glykogen eingelagert wird und als schnelle Energiereserve dient. Gerade bei Ausdauersportlern wird immer wieder die Bedeutung einer kohlenhydratreichen Ernährung hervorgehoben.

Umstritten ist, inwieweit Kraftsportler von einer solchen Kost profitieren. Gerade bei hohen exzentrischen Belastungen im Training (z.B. Training mit schweren Gewichten und langsamem Ablassen der Last) kommt es zu massiven Schädigungen der Muskelzellen, die zwar verstärkte Aufbauprozesse in Gang setzen, aber auch eine längere Regeneration erfordern.

Neuere Forschungsergebnisse von Lonnie Lowery des Human Nutrition Laboratory (HNL) der Kent State University legen nun nahe, dass ein Zusammenhang zwischen solchen trainingsbedingten Mikrotraumen der Muskulatur und einer verschlechterten Glukoseaufnahme in die Muskelzellen besteht. Diese Ergebnisse wurden gerade beim Ohio Academy of Sciences Annual Meeting im März diesen Jahres vorgestellt. Die Ergebnisse von Lowery könnten rechtfertigen, warum sehr viele Bodybuilder berichten, dass sie mit einem geringeren Kohlenhydratanteil in der Nahrung besser Körperfett abbauen bzw. bei reichlicher Kohlenhydratzufuhr schneller an Unterhautfett zulegen.

So konnte bei allen Versuchspersonen einer ersten Pilotstudie dieses Projekts an der Kent State University eine verminderte Glukosetoleranz nach einem exzentrisch betonten Training gezeigt werden. Dies zeigte sich in erhöhten Blutzuckerspiegeln bei einer Glukosegabe 24 Stunden nach der Belastung. Anscheinend kommt es bei einem gehäuften Auftreten von Mikrotraumen in der Muskulatur zu einer gewissen Insulinresistenz, d.h. der Organismus muss mehr von diesem Bauchspeicheldrüsenhormon ausschütten, um den gewünschten Effekt der Glykogenspeicherung in der Muskulatur zu erzielen.

Hier sind in Zukunft sicherlich noch weitere Studien notwendig, aber empirische Berichte von Athleten, die gute Erfolge mit kohlenhydratreduzierten Diätformen zeigen, scheinen damit wissenschaftlich belegt zu werden. Dabei zeigt sich auch wieder einmal, dass Ernährungsempfehlungen immer sportartspezifisch gesehen werden müssen. Daher ist die Richtlinie, dass eine kohlenhydratbetonte Kost für Ausdauersportler optimal ist, nicht ohne weiteres auf Kraftsportler übertragbar und evtl. sogar negativ, wenn betont exzentrisch trainiert wird.

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